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Sie sind hier  Medizinisches Leistungsangebot  Klinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie  Haus 65 DBT Borderline  Ziel der Therapie

Ziel der Therapie:

Wir möchten unseren Patienten dabei helfen, innere Stabilität zu finden, Beziehungsfähigkeit und Selbstwert zu verbessern sowie eigene Perspektiven zu entwickeln. Der Patient wird selbst zum Experten im eigenverantwortlichen Umgang mit seinen Symptomen und Anwenden von Selbsthilfestrategien. Größter Wert wird auf die soziale Integration außerhalb des psychiatrischen Versorgungssystems gelegt.

Das Therapeutische Team der Station: 

  • Ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychologische Psychotherapeuten
  • Fachkrankenpflegepersonal für Psychiatrie und Psychosomatik
  • Sozialpädagogen
  • DBT-Therapeuten
  • Sport-, Ergo-, Kunst- Reittherapeuten, Ernährungsberater

 

Therapeutisches Angebot:

Maßstab des therapeutischen Angebotes ist  die evidenzbasierte Behandlung nach „state-of-the-art“. Auf der Spezialstation wird ein Intensivprogramm  der Dialektisch-Behavioralen-Therapie (DBT) nach M. Linehan und M. Bohus angewandt. Es handelt sich hierbei um ein störungsspezifisches, psychotherapeutisches, psychiatrisches  Behandlungskonzept. Für die DBT liegt mit mittlerweile 10 randomisierten, kontrollierten Therapiestudien der beste  Wirksamkeitsnachweis für die Behandlung der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ vor. Etwa 60% der Behandelten profitieren sehr gut und dauerhaft von der dreimonatigen DBT-Therapie. Nach der stationären Therapie besteht die Möglichkeit der ambulanten Weiterbehandlung in der DBT-Ambulanz unserer Ambulanz für Psychosomatik. Durch eine individuelle Zusammenstellung von Therapiebausteinen wollen wir auf Ihre persönlichen Problembereiche eingehen. Neben dem regulären 12-Wochen-Programm bieten wir eine Intervallbehandlung (2x6 Wochen) an und halten Krisenbetten für DBT-erfahrene Patienten vor.

 

Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) nach Marsha Linehan und Martin Bohus:

Die DBT begann in den siebziger Jahren als eine einfache Intervention  auf Basis der klinischen Verhaltenstherapie, um Menschen zu helfen, die unter häufigen Suizidgedanken und Selbstverletzung leiden.  DBT integriert zusätzlich Elemente des sozialen Behaviorismus, des dialektischen Materialismus,  der kognitiven Verhaltenstherapie, Problemlösestrategien, Fertigkeitentraining und der Achtsamkeit. Achtsamkeit bezieht sich auf Praktiken des Zens und westliche Formen der Kontemplation. Im Wesentlichen bewegt sich die DBT dialektisch zwischen Veränderung und Akzeptanz, so dass es dem Patienten schließlich gelingt, in der Wirklichkeit Fuß zu fassen und hier wirksam und funktional zu handeln. DBT findet in Form von psychiatrisch-psychotherapeutischer Einzel- und Gruppentherapie,  Bezugspflegesystem und  Computer-gestütztem Eigenstudium statt.

· Nach einer 2-wöchigen Eingangsphase zur Festlegung individueller Therapieziele folgt eine 10-wöchige Therapiephase, die folgende 5 Behandlungsmodule umfasst: Stresstoleranz: Anspannungszustände lernen zu regulieren.

·         Achtsamkeit: Im Hier und Jetzt sein. Akzeptanz von Unveränderlichem lernen.

·         Umgang mit Gefühlen: Mit starken Gefühlen umgehen können.

·      Zwischenmenschliche Fertigkeiten: Konflikte lösen, meine Bedürfnisse äußern.

·         Selbstwert: Mich selbst annehmen und lieben lernen.

Wichtige Therapiebausteine der stationären DBT sind:

  • Therapie- und Non-Suizidvertrag
  • Einzel- und Gruppentherapie
  • Fertigkeitentraining, Skills-Gruppen
  • Psychoedukative Basisgruppe
  • Selbsthilfegruppe/Bezugsgruppe
  • Erstellen von Verhaltensanalysen
  • Gefühls- und Spannungsprotokolle
  • Tagebücher (Diary-Cards)
  • Hausaufgaben und Arbeitsblätter
  • Wochenendstrukturpläne
  • Computer-gestütztes Eigenstudium

 

Psychopharmakotherapie:

Mittel der Wahl bei Persönlichkeitsstörungen ist die strukturierte, verhaltens- und achtsamkeitsorientierte Psychotherapie. Psychopharmakologische Ansätze können jedoch Begleiterkrankungen (wie z.B. Depression) bessern und einzelne Symptome (wie z.B. chronische Schlafstörungen) lindern, wodurch wir das Erreichen psychotherapeutischer Ziele erleichtern. Es liegen zwar kontrollierte Wirknachweise für einige Substanzen (z.B. Lamotrigin, Topiramat, Aripiprazol)  vor,  zur Behandlung der Borderline-Störung ist jedoch kein  Medikament offiziell zugelassen. Der Einsatz von Psychopharmaka erfolgt also „off-label“ und Symptom-orientiert. Benzodiazepine (z.B. Valium@, Tavor®) sollten  aufgrund einer Krankheitsverschlechterung und der starken Suchtgefahr keine Rolle in der Behandlung der Borderline-Störung spielen.

 

Unterstützendes Therapieangebot:
Zusätzlich bieten wir Kunst-, Reit-, Sport-, Bewegungs-, Ergotherapie, Klettern, Yoga, MBSR und eine Lehrküche an. Nach Bedarf erfolgt eine sozialpädagogische Beratung.

 

Ambulante Weiterbetreuung:
Zur Aufrechterhaltung des Therapieerfolges und Integration in den Alltag arbeiten wir eng mit niedergelassenen Therapeuten zusammen und können zudem eine Weiterführung der Einzel- und Gruppentherapie in unserer DBT-Ambulanz anbieten (Ambulanz für Psychosomatik, Psychotherapie und Psychiatrie).

Kontakt und Information

 

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