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Konzept nach Roper

Wir pflegen den Menschen und nicht seine Diagnose!  Lebens- und Pflegemodell nach Nancy Roper

Pflege richtet nicht mehr nur den Blick auf medizinische Diagnosen und Krankheitssymptome, sondern orientiert sich zunehmend an den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Menschen, der in unsere Einrichtung kommt und Unterstützung sucht und benötigt. Das bedeutet für uns, den Menschen in seiner Individualität anzunehmen, seine Lebensumstände und seine gegenwärtige Situation bewusst zu sehen und zu berücksichtigen.

Wenn Krankheit / Erkrankung auch den ganzen Menschen beeinträchtigt, so hat der Klient doch auch gesunde Anteile, Fähigkeiten und Ressourcen, denen unter dem Aspekt der Gesundheitspflege gesehen, besondere Aufmerksamkeit gilt. Ein generelles Ziel unserer Pflege ist es,  dem Menschen die Unterstützung zu geben, die er benötigt, um seine Gesundheit zu erhalten,  wieder zu erlangen oder sich auf den veränderten Gesundheitszustand einstellen zu können.

Das bedeutet für uns, dabei behilflich zu sein, daß Fähigkeiten entwickelt werden können, sich erfolgreich mit den Schwierigkeiten, die sich im Leben und durch die Erkrankung ergeben, auseinander zu setzen und sie zu bewältigen.

1995 haben wir uns entschlossen die Pflege am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost auf der Grundlage des Lebens- und Pflegemodells nach Nancy Roper, bekannt auch unter dem RLT- Modell, in die Praxis umzusetzen.

Das Modell von Roper, Logan und Tierney ist in den siebziger Jahren in Großbritannien entwickelt worden und hat in den letzten Jahren eine starke Verbreitung im bundesrepublikanischen wie auch im europäischen Raum gefunden. Es versucht wesentliche Merkmale der Phänomene Mensch, Gesundheit, Umwelt und Pflege zu beschreiben und in Verbindung zueinander zu setzen.

Wir gehen davon aus, dass die Anwendung eines Modells es uns als Pflegende erleichtert, fachkompetente Entscheidungen über notwendige Pflegeinterventionen zu treffen. Auf dieser Basis wird geplante und zielgerichtete Pflege nach den Merkmalen des Pflegeprozesses zu einem inhaltsvollen Instrument. Das Lebens- und Pflegemodell nach N. Roper zeichnet sich durch die Ausrichtung am normalen, gewöhnlichen Leben aus.

Die Lebensaktivitäten, als einschätzbare (beobachtbare und messbare) Äußerungen menschlichen Verhaltens, zum Beispiel "essen und trinken" und "kommunizieren",  sind die Hauptkomponente und der Schwerpunkt des Modells. Sie können jedoch nicht isoliert zu den anderen Konzepten betrachtet werden. In der täglichen Praxis sind die Lebensaktivitäten Orientierungshilfe bei der Informationssammlung von Klienten bezüglich ihrer Fähigkeiten und Probleme (Abhängigkeit, Unabhängigkeit) und zeigen klar den Wirkungskreis der Pflege auf.

Das Konzept der Unabhängigkeit/ Abhängigkeit ist eng verbunden mit der Lebensspanne und den Lebensaktivitäten. Im Leben gibt es Abschnitte, z. B. im Alter, in denen der Mensch bestimmte Aktivitäten noch nicht oder aus verschiedenen Gründen nicht mehr unabhängig ausführen kann. Der Grad der relativen Selbständigkeit bzw. Unselbständigkeit sowie auch die individuellen Bewältigungsmechanismen können durch die professionelle Pflegeperson eingeschätzt werden. In der Situation der Erkrankung, fallen bestimmte Lebensaktivitäten nicht weg, sondern der Grad der Abhängigkeit/ Unabhängigkeit in dem jeweiligen Zustand verändert sich.

Berücksichtigung finden grundlegende Faktoren, die die Ausführung der Lebensaktivitäten beeinflussen können.

  • biologische (anatomische und physiologische Leistungsfähigkeit)
  • psychologische (intellektuelle oder emotionale Aspekte, wie z. B. Auswirkung von Stress)
  • soziokulturelle (Gesellschaftsschicht, kultureller Einfluss, Religion, Spiritualität, philosophische und ethische Aspekte)
  • umgebungsabhängige (Räumlichkeit außerhalb des Menschen, z. B. die Wohnsituation, Umgebung, Einfluss von Lärm)
  • politisch. ökonomische (Staat, Gesetze, Wirtschaft, z. B. die Prävention seitens der Gesetzgebung)

Nachdem sich Pflege am Menschen und seinen jeweiligen Lebensumständen orientiert, ist es notwendig, die individualisierte Pflege (fünfte Komponente im Pflegemodell) durchzuführen.

Zielorientierte Pflege bedeutet, den PatientInnen zu helfen, Probleme im Zusammenhang mit den Lebensaktivitäten zu vermeiden, zu lösen, zu lindern oder zu bewältigen,  vorausgesetzt Probleme sind aktuell oder potentiell vorhanden
Nancy Roper 

Durch die Anwendung des Pflegeprozesses  kann das Ziel umgesetzt werden, die Individualität des Einzelnen zu fördern und / oder zu erhalten. Pflege wird dadurch und durch die im Zusammenhang stehende Dokumentation transparent und nachvollziehbar.

Pflege hat mit Menschen aller Altersstufen zu tun. Das Konzept der Lebensspanne ermöglicht es, im Rahmen des Pflegemodells Aussagen über altersentsprechende Entwicklungsstadien oder auch deren Abweichungen zu treffen und diese in Verbindung zu den anderen Konzepten des Modells zu setzen.

 

 

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